Weiche Kontaktlinsen
Kontaktlinsen, auch unter dem Begriff Haftschalen bekannt, gehören zu den Sehhilfen und liegen direkt auf dem Auge auf. Prinzipiell unterscheidet man zwischen harten und weichen Kontaktlinsen.
Gebräuchlich sind weiche Kontaktlinsen, so genannte Silikon-Hydrogel-Linsen, etwa seit Beginn der 70er Jahre. Sie sind sehr flexibel und passen sich der Form der Hornhaut an. Mit einem Durchmesser von ca. 12 bis 16 mm ragt der Linsenrand bei geöffnetem Auge unter den Lidrand, so dass die Linse somit und durch die nahezu direkte Haftung mit der Augenoberfläche fest im Auge sitzt. Sie schwimmt auf dem Tränenfilm der Augen. Das Verlustrisiko ist aufgrund dieser Tatsache recht gering. Der Tragekomfort von weichen Kontaktlinsen erhöht sich mit steigendem Wasseranteil, parallel dazu steigt auch die Sauerstoffdurch-lässigkeit. Viele Menschen empfinden den Tragekomfort weicher Kontaktlinsen höher als den der harten Ausführung. Da der Tränenfilm bei vielen Anwendern aber nicht ausreicht und bedingt dadurch Probleme auftreten, greifen sie nach einiger Zeit meist auf die bewährte Brille zurück.
Weiche Kontaktlinsen sind für unterschiedliche Tauschintervalle erhältlich, und zwar als Tages-, Wochen-, Zweiwochen-, Monats- und Jahreslinsen. Sie bestehen zu etwa 75 Prozent aus Wasser und werden aus einer besonders weichen Kunst- stoffsubstanz gefertigt. Daraus resultiert eine leichte Verformbarkeit, die den Tragekomfort positiv beeinflusst. So benötigt man meist nur eine kurze Eingewöhnungszeit, obwohl sie etwas schwieriger als harte Linsen aus dem Auge zu entfernen sind. Ein weiterer Vorteil der Kontaktlinsen besteht darin, dass das Sichtfeld bis zum Rand hin scharf bleibt und dass sie ein vergrößertes Gesichtsfeld ermöglichen. Angenehm sind auch die Faktoren, dass Kontaktlinsen weder beschlagen noch bespritzen, dass sie das Aussehen nicht verändern und beim Sport oder anderen Betätigungen nicht verrutschen.
Doch weiche Kontaktlinsen haben auch einige Nachteile, so beispielsweise, dass bei unzureichendem Tränenfilm eine Unverträglichkeit der Linsen auftritt. Dies kann sogar zu Schädigungen am Auge führen. Diese treten bei weichen Kontaktlinsen häufiger auf und entstehen durch Ernährungsstörungen, Ablagerungen auf der Linse durch unsachgemäße Pflege, Sauerstoffmangel oder Schadstoffe im Wasseranteil der Linse. Auch speichern sie leichter Umweltgifte aus Abgasen sowie Bestandteile der Reinigungsflüssigkeit oder aus Konservierungsmitteln. Die Haltbarkeit weicher Kontaktlinsen ist geringer als die harter Linsen, welche außerdem Erkrankungen wie Hornhautkegelbildung oder Hornhautverkrümmung besser korrigieren.
Inzwischen bietet die Industrie weiche Kontaktlinsen mit verlängerter Tragedauer an, welche zwar alle Vorteile weicher Kontaktlinsen haben, jedoch weniger Reinigungsaufwand erfordern und über Nacht im Auge verbleiben können. Sie sind allerdings teurer als andere Kontaktlinsen und haben eine geringere Haltbarkeit. Manche Augenärzte raten jedoch von dieser Variante ab.
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