Multifokallinsen und Bifokallinsen bei Alterssichtigkeit

Inzwischen kennt nahezu jeder Brillenträger asphärische Kontaktlinsen, welche als Einstärken-Linsen bei Kurz- oder Weitsichtigkeit korrigierend eingesetzt werden.

Doch bereits seit 1958 gibt es Multifokallinsen, welche zusätzlich die Alterssichtigkeit, auch Presbyopie genannt, korrigieren.

Etwa mit Beginn des vierten Lebensjahrzehnts lässt die Fähigkeit des menschlichen Auges, sich auf nahe Entfernungen einzustellen, allmählich nach. Der Arzt bezeichnet dies als Alterssichtigkeit oder Presbyopie. Es kommt jedoch auch vor, dass Verletzungen oder krankheitsbedingte Veränderungen des Auges schon früher eine Nahkorrektur erforderlich machen.

Wer also bislang mit Kontaktlinsen die Kurz- oder Weitsichtigkeit korrigiert hat, benötigt nun eine Sehhilfe, die ein deutliches Sehen in unterschiedlichen Distanzen ermöglicht. Gebräuchlich sind die so genannten Multifokallinsen seit 1982. Dabei unterscheidet man zwischen konzentrischen Multifokallinsen, segmentförmigen Bifokallinsen sowie der Sonderform Monovisionstechnik. Der Arzt wird je nach persönlichen, physiologischen Voraussetzungen die entsprechende Variante empfehlen.

Übrigens sind Multifokallinsen nicht nur als formstabile, harte Kontaktlinsen, sondern auch als weiche, so genannte Hydrogel-Linsen, erhältlich.

Unter konzentrischen Multifokallinsen versteht man einen Linsentyp, bei dem zwei oder mehrere ringförmige Sehzonen konzentrisch angeordnet werden. Inzwischen hat die fortschreitende Fertigungstechnik es möglich gemacht, dass die Bereiche fließend ineinander übergehen. Unterschiedliche optische Zonen lassen sich gleichzeitig nutzen. Man spricht aus diesem Grund auch vom simultanen, also gleichzeitigen Sehen. Dabei wählt das Auge intuitiv das gewünschte Bild aus der Nähe oder Ferne aus.

Bei segmentförmigen Bifokallinsen werden zwei segmentförmige optische Zonen mit unterschiedlicher Wirkung eingesetzt, die ein alternierendes, abwechselndes System darstellen. Die obere optische Zone wird für die Fernsicht verwendet und korrigiert somit die Kurzsichtigkeit. Wird beim Blick in die Nähe das Auge nach unten gedreht, schiebt das Unterlid die Kontaktlinse hoch und man sieht durch den Nahbereich.

Unter Monovisionstechnik versteht man die etwas gewöhnungsbedürftige Variante, ein Auge für die Fernsicht und das zweite Auge für die Nähe mit Kontaktlinsen auszustatten. Allerdings wird dabei das beidseitige, stereoskopische Sehen beeinträchtigt.

Inzwischen bieten moderne Multifokallinsen eine durchaus gute Alternative zur Brille mit Gleitsichtgläsern bzw. eingeschliffenem Lesebereich. Allerdings sollte das Anpassen dieser Linsen von einem spezialisierten Kontaktlinsenbetrieb vorgenommen werden, da diese Linsen sehr komplex sind.

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