Rennrad

Das an sich leichteste Fahrrad ist das Rennrad. Seine Technik ist anspruchsvoll, so dass man bei diesem - meist auf festem Untergrund genutzten - Sportgerät das Gefühl hat, auf einer schmalen, leichten, aber dennoch energiegeladenen Maschine dahin zu rasen.

Rennräder gehören in die Gruppe der Sport- und Fitnessgeräte. Dementsprechend sind Rahmen und Zubehörteile auf ein möglichst geringes Gewicht ausgerichtet. Der Rollwiderstand wird durch schmale Hochdruck-Bereifung der 28-Zoll-Räder so gering wie möglich gehalten. Durch die bei Rennrädern übliche aerodynamische Haltung erreicht man eine optimale Kraftübertragung bei geringem Luftwiderstand, hat allerdings einen weniger guten Überblick über den Verkehr. Bei der Auswahl des Sattels sollte man darauf achten, dass er hinten breit und vorne schmal ist, gut gedämpft - aber ungepolstert. Anfänger wählen den Lenkervorbau etwas kürzer, er lässt sich später immer noch verlängern.

Das mit 6 bis 11 kg niedrige Gewicht des Rennrades wird u. a. durch einen Rahmen aus Aluminium erreicht. Dabei ist ein so genannter steifer Rahmen wichtig, um bei hohen Geschwindigkeiten ein Flattern zu vermeiden. Die Festlegung der individuell richtigen Rahmenhöhe erfolgt auf Grundlage der Schrittlänge. Weitere Rahmenmaterialien sind Stahl, Carbon, Titan sowie Kombinationen daraus oder Legierungen. Der Fachhandel verfügt über spezielle Rahmenmodelle für Frauen, wobei der Radabstand kürzer ist und/oder steilere Sattelrohre gewählt wurden. Einen Federungskomfort des Rahmens gibt es eigentlich nicht, ab einem Reifeninnendruck von nahezu 10 bar haben allerdings Gabeln Einfluss auf die Weitergabe von Streckenunebenheiten.

Die Kosten für ein gutes Rennrad betragen ab 1.000 Euro aufwärts. Besonders bei den Komponenten wie Schaltung und Bremsen sollte man aber nicht auf den Preis achten - Qualität bedeutet hier Sicherheit. Das Fahren mit einem 10er Ritzelblock, was 20 Gänge bedeutet, wird durch hoch entwickelte Schalttechnik erreicht. Ist an der Kurbel ein Dreifachkettenblatt installiert, erhält man sogar 30 Gänge. Tatsächlich hat man natürlich nur 14 Gänge zur Verfügung. Um den Verschleiß zu reduzieren, wird der jeweils bestmögliche Gang ohne übermäßig großen Kettenschräglauf benötigt. Das Dreifachkettenblatt wird gerne von Anfängern genutzt, da sich Steigungen damit besser bewältigen lassen.

Die meisten Rennradhersteller verwenden mechanische Felgenbremsen. Keine nennenswerten Vorteile bieten unter normalen Bedingungen Hydraulik- oder Scheibenbremsen. Neben den heute üblichen Seitenzugbremsen sind auch Delta-Mittelzugbremsen erhältlich, die zwar eine höhere Bremsleistung haben, jedoch sind diese schwerer und benötigen mehr Krafteinsatz.

Rennräder haben eine extrem schmale Bereifung. Naben, Felgen und Speichen sind gewichtsmäßig extrem niedrig gehalten - so werden die Felgen aus Aluminium in Form einer Hohlkammer gefertigt, so sind sie leicht und doch steif. Abgeflachte Säbelspeichen verringern zusätzlich den Luftwiderstand. Bei den Reifen unterscheidet man zwischen Schlauch- und Drahtreifen. Für Schlauchreifen gilt, dass der äußere Mantel und der innere Schlauch eine Einheit sind. Diese Reifen sind mit so genanntem Reifenkitt (einem Spezialklebstoff) auf die Felgen geklebt. Bei hoher Beanspruchung besteht die Gefahr, dass sie sich von der Felge lösen. Drahtreifen hingegen werden nur durch Luftdruck und Stahlsaiten auf der Felge gehalten.

Gepäckträger und Schutzbleche sind für Rennräder nicht vorgesehen, lediglich Trinkflaschen-halterungen sind üblich. Für Rennräder unter 11 kg Gewicht ist eine Beleuchtung mit Batteriebetrieb zulässig.


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Eingestellt: 16.05. 2008
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