Faltrad - Klapprad

Fahrräder sind, verglichen mit Sport- und Wanderschuhen - recht sperrig zu transportieren. Gefragt ist deshalb ein Rad, welches sich zwar schnell in den Kofferraum verstauen lässt, dabei aber gute Fahreigenschaften und Fahrkomfort bietet.

Obwohl ungefähr 80 % aller in Deutschland verkauften Fahrräder "Normalräder" sind, geht derzeit der Trend in Richtung Klapprad bzw. Faltrad, wie es heute heißt. Allerdings haben die modernen Klappräder in punkto Handhabung und Komfort nicht mehr viel mit den Klapprädern früher Generationen gemeinsam. Während sich Klappräder früher durch Lösen der Flügelschraube am Rahmenscharnier zusammenklappen ließen, ist der Faltablauf heutzutage zwar recht einfach, aber auch ein in mehreren Schritten und wechselseitig bedingter, abhängiger und zum Teil auch sichernder Vorgang.

Falträder sind keineswegs mehr klobig, sondern handlich und mit erstaunlichen Fahreigenschaften ausgestattet. Gebrauchsnutzen, Robustheit und Handlichkeit stehen also bei der Auswahl als Hauptkriterien an, worunter dann weitere Anhaltspunkte wie Fahreigenschaften, Gewicht (somit Tragbarkeit), StVO-Tauglichkeit u. ä. fallen. Wer sein Faltrad für spezielle Ansprüche kauft, sollte darauf achten, dass der Hersteller entsprechendes Zubehör anbietet, da Standardzubehörteile häufig nicht verwendet werden können.

Falträder lassen sich (lt. Hersteller) in 15 bis 30 Sekunden zusammenlegen, ohne dass dazu Werkzeug benötigt wird. Das derzeit kleinste auf dem Markt befindliche Modell ist auf Koffergröße und -gewicht zusammenlegbar. Radstand und Sitzposition moderner Falträder bieten nahezu den gleichen Komfort wie Normalräder, wobei die Übersetzung dem kleineren Laufraddurchmesser angepasst ist. Durch hohen Reifendruck ist der Rollwiderstand niedrig und fehlender Fahrkomfort wird durch Federelemente kompensiert.

Man unterscheidet zwischen 5 verschiedenen Gruppen von Falträdern:

  1. Standardfaltrad - Es eignet sich besonders für Pendler, die mit einem solchen Rad auch größere Entfernungen zurücklegen können. Das Gewicht liegt bei etwa 10 - 13 kg, die Laufradgröße zwischen 16 und 20 Zoll.
  2. Minifaltrad - Es zeichnet sich durch kleinste Packmaße und besonders geringes Gewicht aus. Wer lediglich kurze Strecken zurücklegen will, ist mit der Laufradgröße von 16 Zoll zufrieden.
  3. Großfaltrad - Diese Variante kommt dem Normalrad am nächsten. Die Laufradgröße liegt über 16, häufig bei 26 oder 28 Zoll. Von daher ist es für längere Ausfahrten geeignet, ebenso durch die dem Normalrad ähnlichen Fahrverhaltens- und Sitzpositionseigenschaften. Das Packmaß ist geringer.
  4. Faltlieger - Es werden unterschiedliche Bauformen und Ausführungen angeboten. Das Faltgelenk befindet sich meist am Hauptrahmen. Anderenfalls ist der Hinterbau umklappbar.
  5. Knicklenker - Bei dieser Sonderausführung hat der Hauptrahmen mittig ein Gelenk, welches als Lenker dient und mittels Beinen und Hüfte gehandelt wird. Am Lenker sind nur noch Brems- und Schalthebel angebracht.

Da die Deutschen nicht unbedingt ein Volk von Radfahrern sind und selbst hohe Benzinpreise nicht zum Umstieg auf den Drahtesel führen, versucht die Fahrradbranche, durch Neuentwicklungen dem rücklaufenden Umsatz entgegen zu wirken. So sind bereits Falträder (für Büromenschen) erhältlich, die mit auffälligem Design und Elektroantrieb ausgestattet sind.


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Eingestellt: 15.05. 2008
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