Das Parfum

Nicht immer kann man ein Parfum genau beschreiben, es ist ja auch nicht leicht, Gefühle zu verpacken und auszudrücken. Welches Bild möchte man mit dem eigenen Duft vermitteln? Unbeschwertheit, Natürlichkeit oder Eleganz? Abgesehen von der Aussage, ob man das Parfum tagsüber, abends oder als "Allround-Duft" wünscht, ist vor allen Dingen der Aspekt wichtig, wie man sich selbst sieht oder darstellen möchte.

"per fumum" - durch Rauch, schon vor 7000 Jahren verbrannten die Ägypter Duftstoffe zu Ehren des Sonnengottes.

Unsere heutigen Parfums bestehen aus 3 Komponenten:

1. Die Kopfnote
Sie wird als Erstes wahrgenommen, setzt sich meist aus verschiedenen Zitrusfrüchten zusammen.
2. Die Herznote
Die Herznote vereint alle Duftakkorde zu einem harmonischen Ganzen und bestimmt die Duftrichtung.
3. Basisnote
Sie ist das Fundament des Duftes, besteht aus schweren, tierischen und holzigen Duftstoffen und ist für die Haltbarkeit verantwortlich.

Man unterscheidet bei der Konzentration eines Duftes zwischen:

  • Parfum = 20 - 30 % Duftkonzentrat
  • Eau de Parfum, auch Parfum de Toilette genannt = 15 - 20 % Konzentrat
  • Eau de Toilette = 10 - 20 % Konzentrat
  • After Shave = 6 - 8 % Konzentrat

Allgemein gilt: je höher der Alkoholanteil, je konzentrierter ist der Duft

Ein Parfum / Duft besteht aus tierischen, pflanzlichen und chemischen Duftstoffen. Bei chemischen Verbindungen spricht man auch von Aldehyde. Diese können natürlichen Düften nachempfunden sein oder aber auch Düfte hervorbringen, die man nicht aus natürlichen Riechstoffen herstellen kann. Tierische Duftstoffe sind:

  • Castoreum (Geschlechtssekret des Bibers),
  • Ambra (Drüsensekret des Pottwals),
  • Zibet (Makierungssekret der Zibetkatze)
  • Moschus (Geschlechtssekret des Moschusochsen).

Alle Substanzen werden heute auch künstlich hergestellt. Bei den pflanzlichen Duftstoffen unterteilt man auch in:

  • Blumig - Blüten wie Rosen oder Maiglöckchen
  • Grün - frische natürliche Noten wie Bergamotte
  • Fougere - Zusammenspiel von holzigen Noten
  • Orientalisch - warme betörende Noten wie Vanille und Hölzer
  • Aromatisch - Kräuter wie Salbei und Rosmarin
  • Hesperide - Fruchtschalen aus Zitrusfrüchten gewonnen
  • Holzig - Besonders in Herrendüften wie Sandelholz oder Vetiver
  • Cypre - Zusammenwirken von verschiedenen Duftstoffen wie Eichenmoos oder Patchouli

Alle natürlich gewonnenen Duftstoffe sind meist wesentlich teurer als die, welche synthetisch hergestellt werden können. 1 Kilo Rosenöl z.B. kosten ca. 5000,- Euro.

Bei der Duftgewinnung gibt es verschiedene Verfahren:

1. Destillation:
Die Pflanzen werden mit Wasser gemischt und durch anschließende Destillation die Duftöle gewonnen. Diese Öle nennt man auch Essenzen.

2. Expression:
Duftöle werden hier durch Auspressen gewonnen. Hierfür eignen sich deshalb besonders Zitrusfrüchte wie Zitronen, Orangen oder Limetten.
3. Enfleurage:
Bei der Enfleurage werden Blüten wie Rosen oder Jasmin auf eine Schicht kaltes Tierfett gestreut, dabei entzieht das Fett den Blüten die Duftstoffe. Diese Duftstoffe werden dann mit Alkohol aus dem Fett gewaschen. Die Enfleurage war schon im alten Ägypten bekannt und wird heute noch in Frankreich angewandt.
4. Extraktion:
Bei dieser Methode wird das Fett durch flüchtige Lösungsmittel ersetzt und mit Alkohol vermischt. Nachdem der Alkohol verdunstet ist, bleiben so die Duftstoffe übrig.
5. Mazeration:
Ähnlich der Enfleurage, jedoch mit erwärmten Fett. Wird heute nicht mehr angewendet.

Parfumeure, auch Nasen genannt, sind wahre Künstler. Sie komponieren ein Parfum. Dafür müssen sie außer den Duftfamilien auch die Intensität der Essenzen kennen, deren Flüchtigkeit, Stabilität und Verträglichkeit.

Das Parfum Chanel No.5, 1921 kreiert, erhielt den Namen, weil sich Coco Chanel für die 5. Duftprobe entschied, die ihr der Parfumeur Ernest Beaux präsentierte.

 


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Eingestellt: 28.08. 2008
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