Ölheizung
Seit mehreren Jahrzehnten gehören Ölheizungen zu den bekannten Formen der Wärmeversorgung. In dieser Zeit hat sich dabei sowohl deren Technik als auch Umweltfreundlichkeit erheblich verbessert.
Zunächst benötigt man für die Versorgung der Ölheizung einen Tank, welcher einigen Platz in Anspruch nimmt und in einem separaten Raum stehen sollte. Da Größe und Gewicht des Tankes erheblich sind, gibt es fast nur bodenstehende Modelle. Berücksichtigen sollte man auch den Reinigungsaufwand für einen Heizöltank.
Auch ist - aus physikalischen Gründen - die Energieeffizienz geringer als bei Erdgas. Daraus hat sich ergeben, dass der Trend über Jahre hinweg Richtung Erdgas ging, so dass über 40 % aller Haushalte eine Erdgasheizung haben.
Dies scheint gegen Erdölheizungen zu sprechen, jedoch hat die Branche einiges getan.
Sehr verbreitet ist bei Erdölheizungen die Niedertemperaturtechnik, jedoch sind mittlerweile auch geeignete Brennwertgeräte erhältlich.
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen 2 Formen von Niedertemperaturkesseln, und zwar Gelbbrennern und Blaubrennern. Durch Absenkung der Verbrennungstemperatur verbrennt das Öl nicht mehr mit einer hellgelben Flamme (Gelbbrenner), sondern mit einer blauen Flamme (Blaubrenner). Die Folge ist, dass sich weniger Stickoxide bilden und keine Rußpartikel mehr verglühen. Dadurch wiederum reduziert sich die Kohlenmonoxidbildung, so dass Abgaswerte erreicht werden, die unter den Anforderungen des Blauen Engels liegen.
Moderne Ölheizungen haben einen bis zu 50 % niedrigeren Schadstoffausstoß als alte Anlagen. Kombiniert man eine solche neue Ölheizung mit Solarkollektoren, lassen sich bis zu 60 % der für Warmwasser benötigten Energie mit Solarenergie abdecken.
Solche Maßnahmen werden staatlich mit erheblichen Zuschüssen gefördert.
Öl-Niedertemperaturkessel erreichen genauso gute Werte bei der Energieausnutzung wie die entsprechenden Gasheizungen. Durch drastische Reduzierungen von Abgaswärme- und Eigenverlust wurden Normnutzungsgrade von bis zu 95 % erreicht. Der Normnutzungsgrad gibt an, bis zu welchem Prozentsatz das Heizöl in tatsächliche Heizwärme umgewandelt wird.
Moderne Ölheizungen erzielen inzwischen eine Energieausnutzung von über 90 %, die um über 30 % weniger Kosten verursachen als alte Anlagen. Wird eine solche neue Anlage mit moderner Brennwerttechnik und Solarenergie genutzt, lassen sich sogar nahezu 45 % Energiekosten einsparen, wobei auch noch berücksichtigt werden sollte, dass Heizöl nach wie vor günstiger ist als beispielsweise Erdgas.
Ein weiterer Pluspunkt ist die Tatsache, dass man den Zeitpunkt des Heizöleinkaufes selbst bestimmen kann.
Jedoch muss die Ölheizung der Gasheizung noch den Vortritt lassen, wenn es sich um Brennwerttechnik handelt. Da Öl weniger Wasser enthält als Gas und deshalb beim Verbrennungsvorgang weniger Wärme durch Wasserdampf entsteht, liegt der zusätzliche Energiegewinn um etwa 5 % niedriger als beim Gas. Auch liegt der Kondensationspunkt um etwa 10°C niedriger als beim Gas, wodurch der für eine Kondensation erforderliche technische Aufwand größer wird. Aber die Branche arbeitet auch hier an der Weiterentwicklung der Ölheizung.
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