Niedertemperaturtechnik

Heutzutage arbeiten neuere Heizkessel mit Niedertemperaturtechnik. Darunter versteht man, dass die Betriebstemperatur dem Wärmebedarf abhängig von der Außentemperatur angepasst wird.

Dies geschieht folgendermaßen: Der sich auf das trockene Verbrennungsgase beziehende Wärmeanteil wird ausgenutzt. Eine Kondensation mit Bildung von unerwünschtem Kondenswasser wird durch eine besondere Kesselkonstruktion - zusammen mit entsprechendem Regelgerät - unterbunden.

Ältere Kesselgenerationen, auch Standard- oder Konstanttemperaturkessel genannt, arbeiteten mit gleich bleibend hohen Systemtemperaturen von bis zu 90°C. Eine ökonomische Anpassung an den tatsächlichen Bedarf war nicht vorgesehen. Daraus resultierte, dass durch hohe Abgas- und Oberflächenverluste der Jahresnutzungsgrad bei etwas über 60 % lag.

Zu Beginn der 80er Jahre ermöglichte die für dieses Einsatzgebiet entwickelte Regelelektronik, dass - unter Berücksichtigung der Außentemperatur - die Kesseltemperatur der Heizungsanlage bestimmt wurde. Gleichzeitig wurden Heizkessel von Material und Aufbau her so entwickelt, dass ein Betrieb mit Rücklauftemperaturen von 35 bis 40 °C stattfinden konnte, ohne dass Korrosionsschäden an den Kesselwänden entstanden. Die Abgasverluste wurden damit deutlich reduziert.
Die mit Systemtemperaturen von etwa 70°C arbeitenden Niedertemperaturkessel erzielen einen Jahresnutzungsgrad von 95 %, was einer Energieersparnis von etwa 28 % entspricht. Sie unterscheiden sich jedoch von der Brennwerttechnik dadurch, dass die Abgas-Wärme größtenteils ungenutzt bleibt.

Die seither ständig verbesserten Niedertemperaturkessel sind besser gedämmt und somit werden überhöhte Abgas- und Bereitschaftsverluste ausgeschlossen. Niedertemperaturkessel finden Anwendung bei Heizungsanlagen, die mit Öl, Gas oder fester Biomasse betrieben werden.



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Eingestellt: 10.05. 2008
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