Heizen: Einsparvariante Brennwerttechnik
Spricht man von Brennwerttechnik, so ist das Herunterkühlen der Abgase bis zur Kondensatbildung gemeint, wobei die dadurch freigewordene Energie dem Heizkreislauf wieder zugeführt wird. Konventionelle Kessel leiten über den Kamin die im Kondensat befindliche Energie in die Umwelt ab. Diese Abgase habe eine Temperatur von über 150°C.
Brennwertkessel ermöglichen über einen zweiten Wärmetauscher, dass diesen Abgasen ein Großteil der Wärme entzogen wird, welche zu Heizzwecken oder zur Wassererwärmung verwendet werden kann. Im Vergleich zu herkömmlichen Kesseln mit einem Nutzungsgrad von ca. 65 % spart man durch eine Brennwertheizung bis zu 39 % Energie ein.
Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass der in den Abgasen enthaltene Wasserdampf ebenfalls kondensiert und Wärme freigibt. Darüber hinaus kondensieren aber auch die Schadstoffe und können nun nicht mehr in die Abluft gelangen. Zusammen mit dem Kondenswasser ergeben sie ein schwachsaures Kondensat und dieses kann bei einer Gasanlage unter 25 kW ins häusliche Abwassersystem einfließen, vorausgesetzt, dass dieses aus festgelegten Werkstoffen wie beispielsweise Steinzeug besteht.
Die Brennwerttechnik wird vorwiegend bei Gasheizungen verwendet, weil bei Gas -Verbrennung mehr Wasser freigesetzt wird als bei anderen fossilen Brennstoffen, ist aber prinzipiell bei jedem Brennstoff einsetzbar. Die Kondensationswärme des Wasserdampfes liegt für Gas bei 11 %, für Öl nur bei 6 %.
Entscheidet man sich bei einem Neubau für eine Brennwertanlage, so ist es sinnvoll, die Heizungsinstallation im Dachgeschoss zu planen, da dort auf den Bau eines Kamins verzichtet werden kann, denn eine kurze, doppelte Luft- bzw. Abgasdurchführung nach draußen reicht aus. Im Handel sind kleine, an der Wand hängende Brennwertkessel erhältlich. Wer seinen bisherigen Heizungskeller weiterhin als solchen nutzen will, muss darauf achten, dass der Schornstein entsprechend den niedrigeren Abgastemperaturen (45 bis 75°C) umgerüstet wird. Den Abgasen fehlt durch den Wärmeentzug der notwendige Auftrieb, so dass sich das Kondenswasser an den Kaminwänden niederschlagen würde. Das Mauerwerk würde sonst binnen kürzester Zeit durchfeuchtet und zerstört. Deshalb wird in den Schornstein ein besonderes Abgassystem eingebaut, welches aus feuchtigkeitsresistentem Edelstahlrohr oder alternativ aus Keramik, Kunststoff oder Spezialglas besteht. Wegen der Ventilation müssen diese Rohre zudem druckdicht gearbeitet sein.
Eine andere Möglichkeit bietet sich durch den Einbau eines Luft-Abgas-Systems, kurz LAS genannt. Entweder werden dabei 2 Schächte in den Schornstein eingebracht oder ein Doppelrohrsystem. Das hat zur Folge, dass die zur Verbrennung benötigte Luft nicht aus dem Heizungsraum, sondern über das LAS von außen herangeholt wird. Die Kosten für eine Brennwertabgasanlage können durchaus unter den Kosten für eine Kaminsanierung liegen.
Je nach Installation, Wartung und Instandhaltung unterscheiden sich die Kosten für eine Brennwertheizung erheblich, so dass die Beurteilungen hierzu recht unterschiedlich ausfallen.
Sie ist weder erheblich billiger noch viel teurer als die normale Gasheiztechnik, jedoch bringt sie eine Energieersparnis von 10 %.