Operative Brustvergrößerung
Die Form, besonders aber die Größe der Brust ist für Frauen von Bedeutung für ihr psychisches Befinden und Selbstwertgefühl. So wird ein zu großer oder zu kleiner Busen als Manko der Figur empfunden, und nicht wenige Frauen leiden darunter. Als wichtiger Aspekt der Figur beeinflusst er über das Selbstwertgefühl das Auftreten in der Privat- und Berufswelt. Das seelische Gleichgewicht gerät auch dann ins Wanken, wenn eine Brustasymmetrie vorliegt oder die Brust hängt.
Nahezu alle Frauen wünschen sich einen großen, natürlich wirkenden Busen, der mit dem Körperbild harmoniert. Eine operative Brustvergrößerung kann in den meisten Fällen dieses Wunschdenken realisieren. Manche Frauen sehen eine sehr große Brust als ideal an, doch hier sprechen operationstechnische Gründe gegen eine derartige Vergrößerung. Grundsätzlich muss Frau sich darüber klar sein, dass eine Brustvergrößerung ein wohlüberlegter Eingriff sein sollte, der durchaus auch Risiken birgt.
Um diese Risiken so gering wie möglich zu halten, ist eine gründliche Recherche unerlässlich. Die Information beginnt zunächst mit der Suche nach einem erfahrenen Operationsteam. Neben entsprechenden Referenzen sollte sich dieses Team durch TÜV-Zertifizierungen auszeichnen. Dabei werden Kriterien wie Operationsprozesse, Hygiene und Qualitätsmanagement berücksichtigt. Weiterhin ist es von Wichtigkeit, dass nicht nur das medizinische Know-how stimmt, sondern dass die verwendeten Silikonimplantate hochwertig, mit stabilem Gel gefüllt, auslaufsicher und formstabil sind. Die Hülle aller Implantate - die sich in Größe und Form unterscheiden - besteht aus Silikon, jedoch als Inhaltsstoff stehen Silikongel oder physiologische Kochsalzlösung, welcher der körpereigenen Zusammensetzung ähnelt, zur Wahl. Besonders oft werden Silikongel-Implantate verwendet, da sie hinsichtlich Konsistenz und Formenvielfalt anderen Implantaten überlegen sind. Inzwischen wurde ein kohäsives Silikongel entwickelt, welches das Risiko des Auslaufens nahezu ausschaltet. Zwar unterliegen auch Implantate einem Alterungsprozess und erfordern einen Wechsel, jedoch erst dann, wenn klinische und moderne radiologische Untersuchungen zeigen, dass die aufgetretenen Auffälligkeiten ihn erforderlich machen.
Eine Brustvergrößerung wird fast immer in Vollnarkose vorgenommen, die Operation dauert ca. 60 bis 90 Minuten. Sie wird entweder ambulant oder verbunden mit einem eintägigen Krankenhausaufenthalt durchgeführt. Welche Methode dabei zur Anwendung kommt, hängt von den jeweiligen anatomischen Gegebenheiten und der ärztlichen Empfehlung ab. Die meisten Eingriffe erfolgen jedoch in der Form, dass ein etwa 4 cm langer Hautschnitt in der Brustumschlagfalte, am Rand der Brustwarze oder auch in der Achsel ausgeführt wird. Nun wird die Implantathöhle, welche entweder hinter der Brustdüse oder hinter dem Brustmuskel liegt, vorbereitet. Das Implantat wird der Patientin in halb sitzender Lagerung eingesetzt. Beim Verschließen werden für bis zu 24 Stunden dünne Drainageschläuche eingesetzt. Durch bestimmte Schnitt- sowie Nahttechniken werden nahezu unauffällige Narben entstehen.
Begleiterscheinungen sowie Nachwirkungen des Eingriffs sind in der Regel Schwellungen, Blutergüsse, seltener vorübergehende Sensibilitätsstörungen oder Infektionen, wobei letztere mit Antibiotika erfolgreich behandelt werden. Ein anderes mögliches Problem ist die so genannte Kapselfibrose, eine Verhärtung des Gewebes um das Implantat. Diese entsteht durch die Reaktion des Körpers, der das Implantat als Fremdkörper erkennt und eine bindegewebsähnliche Hülle darum bildet. Durch das Zusammenziehen dieser Hülle kann es zu einem Gefühl der Verhärtung des Implantats sowie Schmerzen und ästhetischen Beeinträchtigungen kommen. Hier hilft nur ein operativer Eingriff, bei dem jedoch ein neues Implantat eingesetzt werden kann. Durch Massieren der Brust etwa 1 Monat nach dem Eingriff kann man der Kapselfibrose vorbeugen - der behandelnde Arzt gibt die dazu erforderliche Anleitung.
Übrigens beeinträchtigt das Brustimplantat die Stillfähigkeit nicht. Eine Mammographie zur Brustkrebsvorsorge ist nicht empfehlenswert, allerdings kann stattdessen eine Ultraschalluntersuchung sowie eine Kernspintomographie durchgeführt werden.
Nach der Brustvergrößerung werden die Implantate durch einen festen Verband fixiert und das Operationsgebiet komprimiert. Nach 1 bis 2 Tagen wird der Verband entfernt und für etwa 2 bis 3 Wochen wird ein spezieller Büstenhalter angepasst. Die Entfernung der Hautfäden erfolgt nach ungefähr 10 Tagen. Die Entwicklung der Implantatkapseln benötigt ca. 4 Wochen, wobei sich die Brust etwa 2 Monate noch gespannt anfühlt. Das endgültige Resultat ist nach einem halben Jahr erreicht.
Eine Brustvergrößerung wird, da sie normalerweise der Verbesserung des äußeren Erscheinungsbildes dient, von den Krankenversicherungen nicht übernommen. Handelt es sich jedoch um den plastischen Wiederaufbau der Brust nach einer Krebsoperation, tragen die Krankenversicherungen die Kosten teilweise oder auch ganz.
Weitere Artikel in der Rubrik Plastische Chirurgie
- 1: Bauchdeckenstraffung - Abdominoplastik
- 2: Brustverkleinerung (Mammareduktionsplastik)
- 3: Operative Ohrkorrektur / Otopexie
- 4: Bruststraffung (Mastopexie)
- 5: Facelift - Gesichtsstraffung
- 6: Fettabsaugung
- 7: Gynäkomastie - vergrößerte männliche Brust
- 8: Operative Lidstraffung - Blepharoplastik
- 9: Lasik - Augenlaser, Laserbehandlung der Augen
- 10: Narbenkorrektur - Narbenbehandlung
- 11: Nasenkorrektur (Rhinoplastik) - ästhetische Nasenoperation