Operative Lidstraffung - Blepharoplastik
Gerade die Haut um die Augen herum ist sehr dünn und zart. Deshalb sind die Folgen der Hautalterung, Fältchen und Falten hier viel eher ersichtlich als zum Beispiel an den Armen, wo die Haut die 10fache Dicke hat. Eine Folge dieser nachlassenden Elastizität ist es, dass die Lider nun von der Haut herabgezogen werden und dass kleine Fettgewebepolster (hierin sind die Augen eingebettet) durch die erschlaffte Haut und Scheidewand hervortreten - im Volksmund auch bekannt als Tränensäcke.
Natürlich sind noch andere Faktoren dafür verantwortlich, so beispielsweise die genetische Veranlagung, der persönliche Lebensstil und natürlich eine ausgeprägte Mimik. Doch gerade diese Falten und Fältchen um die Augenpartie fallen besonders auf und man macht auf seine Mitmenschen einen müden Eindruck.
Auch hier hat die Plastische Chirurgie Methoden entwickelt, um die Folgen der Hautalterung zu mildern und das Erscheinungsbild um Jahre zu verjüngen. Bei einer so genannten Lidstraffung werden überschüssige Haut und Fettpölsterchen im Augenbereich entfernt.
Eine Blepharoplastik wird überwiegend ambulant vorgenommen, jedoch kann die individuelle Konstitution einen stationären Klinikaufenthalt ratsam machen. Die Operation wird meist unter örtlicher Betäubung, verbunden mit der Gabe eines Beruhigungsmittels, ausgeführt. Nach Absprache kann jedoch auch eine Vollnarkose vorgenommen werden. Für eine Lidstraffung benötigt der Plastische Chirurg etwa 1,5 Stunden für beide Augen, wenn Ober- und Unterlider korrigiert werden.
Die Korrektur erfolgt in der Form, dass an der natürlichen Lidfalte des Oberlides sowie knapp unterhalb der Wimperngrenze des Unterlides feine Schnitte gemacht werden. Vereinzelt empfiehlt es sich, diese Schnitte bis zu den Lachfältchen am Augenaußenrand zu verlängern. Mithilfe dieser Einschnitte wird die Oberhaut vorsichtig von dem darunter befindlichen Unterhautgewebe sowie der Muskulatur abgehoben. Von besonderer Bedeutung für das verjüngte Aussehen ist nun die Entfernung des vorgewölbten Unterhautfettgewebes, das sich als Säckchen an den Augen bemerkbar gemacht hat. Mögliche Muskeldefekte können nun behoben und die überschüssige Haut entfernt werden. Abschließend werden die Einschnitte - äußerlich unsichtbar - durch in der Haut geführte besonders feine Nähte geschlossen.
Kann auf die Entfernung überschüssiger Haut verzichtet werden und genügt eine Laserstraffung, können die störenden Tränensäcke transkonjunktival entfernt werden. Hierbei kann der plastische Chirurg über Einschnitte an der Innenseite der Unterlider vorgehen und es entstehen keine äußerlich sichtbaren Narben. Nach dem Eingriff erhält man Kompressen, die jedoch bald entfernt werden können. Eine so genannte Eisbrille dient zusammen mit Kompressen zur Linderung der Schwellungen.
Generell ist ein solcher Eingriff mit sehr geringeren Risiken verbunden, jedoch können natürlich bei jeder Operation Komplikationen auftreten. Die nach eigentlich jedem Eingriff auftretenden Blutergüsse und Schwellungen fallen teilweise recht unterschiedlich aus. Andere Probleme wie eine Infektion des Wundgebietes oder Wundheilungsstörungen treten nach einer Lidstraffung selten auf.
Bereits wenige Tage nach der Operation kann vorsichtig wieder Make-up verwendet werden. Auch Kontaktlinsen können, sobald dies nicht mehr als unangenehm empfunden wird, wieder getragen werden. Dabei sollte man jedoch sehr vorsichtig hantieren, um keinen Zug auf die Wunde zu verursachen oder die Wundheilung zu gefährden.
Eine erneute Lidstraffung ist nach einigen Jahren möglich, wird jedoch nur selten nötig. Eine ggf. erforderliche Korrekturoperation kann nach einem halben Jahr vorgenommen werden.
Grundsätzlich wird eine Lidstraffung, wie alle lediglich der Verbesserung des äußeren Erscheinungsbildes dienenden Eingriffe, kostenmäßig nicht von den Krankenversicherungen getragen. Dient diese Operation jedoch der Beseitigung etwaiger Sichtbehinderungen, ist es möglich, dass die Krankenversicherung die Kosten der funktionellen Verbesserung übernimmt.
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