Gynäkomastie - vergrößerte männliche Brust

Bei der Gynäkomastie handelt es sich um eine Vergrößerung der Brustdrüse beim Mann, die sowohl ein- als auch beidseitig vorhanden sein kann. Sie ist jedoch keine Erkrankung, sondern weist lediglich auf eine zumeist hormonale Störung hin.
Darüber hinaus gibt es die Pseudogynäkomastie oder Lipomastie, worunter man eine Brustvergrößerung durch Fett versteht. Ein Drüsenkörper ist dabei nie zu ertasten.

Eine Gynäkomastie kann normal entstehen oder krankhaft bedingt sein. Als normal kennt man bereits bei Neugeborenen eine Gynäkomastie. Sie kann aber auch vorübergehend in der Pubertät auftreten oder erst im Alter. Übrigens werden der Konsum von Drogen wie Alkohol, Marihuana und Heroin als auslösend angesehen.

Neben dieser ‚normalen' Gynäkomastie gibt es auch die krankhaft bedingte. Hier sind Mangel an männlichen Hormonen, erhöhte Östrogenbildung, chronische Erkrankungen, medikamentöse Ursachen, eine Hyperprolaktinämie oder Brustkrebs für die Vergrößerung der Brustdrüse verantwortlich.

Je nachdem, welche Ursache zur Gynäkomastie geführt hat, bestehen unterschiedliche Behandlungsmethoden. Die Pseudo- und physiologische Gynäkomastie müssen nicht behandelt werden. Hormonelle Formen können durch entsprechende Medikamentengaben beeinflusst werden.

Möglichkeiten zur männlichen Brustkorrektur

Letztlich steht eine operative Brustkorrektur zur Verfügung. Sie kann, je nach Umfang, ambulant in einer Praxis als auch verbunden mit einem Aufenthalt in der Klinik vorgenommen werden. Ebenfalls je nach Ausmaß der Gynäkomastiekorrektur wird eine örtliche Betäubung oder Vollnarkose verabreicht. Ein solcher Eingriff dauert ca. 1 bis 1,5 Stunden, vereinzelt aber auch länger. Dabei wird vermehrtes Brustdrüsengewebe chirurgisch entfernt, wobei unter Umständen auch eine Fettabsaugung vorgenommen werden kann. Zunächst erfolgen kleine Hautschnitte entweder am Rand oder quer durch die Brustwarze. Überschüssiges Brustdrüsengewebe sowie überschüssiges Fett und Haut werden entfernt. Bei größeren Gewebemengen müssen meist auch größere Einschnitte in die Haut erfolgen. Ist zusätzlich eine Fettabsaugung vorgesehen, wird die dazu benötigte Kanüle fast immer durch die vorhandenen Hautschnitte eingeführt, jedoch kann dies auch über kleine Schnitte in der seitlichen Unterbrustfalte oder Achselhöhle erfolgen. Soll sowohl eine Fettabsaugung als auch eine operative Ausschneidung des Restbrustdrüsenkörpers vorgenommen werden, wird zunächst die Absaugung durchgeführt. Handelt es sich lediglich um eine Formierung des Fettgewebes, wird die Fettabsaugung über die zuvor genannten Stellen vorgenommen. Dieser Eingriff kann unter örtlicher Betäubung erfolgen.

Wenn eine stark ausgeprägte Gynäkomastie vorlag, passt die Haut meist nicht mehr über die neue Brustkontur. Dann erfolgt eine Entfernung der überschüssigen Haut und die restliche Haut wird fest an die neue Brustkontur angepasst. Nach dem Eingriff wird eine Drainage für den leichteren Abfluss des Wundsekrets gelegt, welche bereits meist am Folgetag entfernt wird. Zudem wird ein straffer Verband angepasst, der für ca. 2 Wochen regelmäßig und danach nachts angelegt wird. Anfangs sind starke Schwellungen und Blutergüsse normal, Schmerzen werden medikamentös behandelt.

Vereinzelt kommt es bei diesen Eingriffen zu unschönen Narben, Farbveränderungen der Haut im Operationsbereich, zu Reliefverformungen der Brust oder einem Verziehen der Brustwarzen. Meist lassen sich diese Folgeerscheinungen jedoch in einer Korrekturoperation beheben. Insgesamt ist die Gynäkomastiekorrektur ein risikoarmer Eingriff, der im selten auftretenden Bedarfsfall wiederholt werden kann. Da es sich in der Regel um eine Operation zur Verbesserung des äußeren Erscheinungsbildes handelt, werden die Kosten von den Krankenversicherungen nicht übernommen. Liegen jedoch Erkrankungen diesem Eingriff zugrunde, kann eine teilweise oder sogar vollständige Kostenübernahme erfolgen.


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Eingestellt: 11.05. 2008
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