Medikamenteneinnahme was ist zu beachten?

Jeder Deutsche schluckt durchschnittlich 250 Tabletten pro Jahr. Das ergibt rund 21 Billion Tabletten für ganz Deutschland. Und nicht selten werden die Tabletten nicht wie verordnet eingenommen. Hält man sich an die vorgegebenen Einnahmezeiten und Bedingungen, so sind Nebenwirkungen weitestgehend ausgeschlossen. Doch nimmt man verschriebene oder gekauft Medikamente, egal ob in flüssiger oder Tablettenform auf falsche Art und Weise zu sich, kann es zu erheblichen bis hin zu lebensbedrohlichen Nebenwirkungen führen. Nicht nur die Arzneistoffe können sich gegenseitig beeinflussen. Auch die Ernährung kann Einfluss auf die Wirkung der Arznei haben.

So ist vielen nicht bewusst, dass eine einfache Kopfschmerztablette mit Pampelmusensaft zu sich genommen, Herzrasen auslösen kann. Auch andere Flüssigkeiten, wie zum Beispiel Kaffee, schwarzer Tee, Grapefruitsaft oder Cola, können die Wirkung von Medikamenten enorm beeinflussen. Mehr als 300 Arzneistoffe reagieren auf Lebensmittel und nur 25 Prozent der Arzneimittel in Deutschland werden ordnungsgemäß eingenommen. Doch wie läuft eine solche Wechselwirkung von Arzneien und Lebensmittel überhaupt ab?

Einmal die Tablette geschluckt, gelangt sie wie jedes andere Lebensmittel in den Magen. Von dort aus wandert sie in den Dünndarm und wird von der Darmschleimhaut aufgenommen. Die Medikamente werden dann zum jeweiligen Bestimmungsort weitergeleitet. Dort entfalten sie dann ihre volle Wirkung. In der Leber werden die Wirkstoffe der Arzneien abgebaut und dann ausgeschieden. So wird ersichtlich, dass die Tablettenwirkung von den parallel eingenommenen Lebensmitteln abhängig ist. Meist wurden solche Zusammenhänge durch Zufall entdeckt.

Beispiel Grapefruitsaft: In den 90er Jahren entdeckte man, das einige Arzneistoffe mit Grapefruitsaft verabreicht sich die Wirkung der Medikamente erheblich steigerte.

Bei Einnahme von Schlafmitteln mit Pampelmusensaft zeigt sich eine Wirkung, die der eines Vollrausches nahe kam. Die Einnahme mit Alkohol ist gänzlich untersagt.

Wer Medikamente regelmäßig einnehmen muss, aber auch jeder andere, sollte sich der Gefahr bewusst sein, welche verheerenden Wechselwirkungen bei der Einnahme von Medikamenten mit Alkohol eintreten können. Die Wirkung kann sich unkontrolliert verstärken aber auch vermindern.

Auch koffeinhaltige Getränke wie Kaffee, Cola und Tee wirken auf Arzneien wie Doping. Da viele Medikamente selbst Koffein enthalten, verstärkt sich deren Wirkung.

Andererseits kann sich die Wirkung des Medikaments durch tanninhaltige Getränke wie Kaffee, schwarzer und grüner Tee und einige Kräutertees vermindern, da Tannine die Schleimhäute abdichten und so die Resorption des Medikaments vermindern.

An die vom Arzt verschriebenen Einnahmezeiten und Mengen sollte man sich genauestens halten. So sollte man wenn möglich, bei verschriebener Einnahmezeit "vor dem Essen", die Tabletten mindestens eine halbe, besser aber noch eine ganze Stunde davor einnehmen. Bei Verordnung "während dem Essen" sollte die Tablette innerhalb von fünf Minuten nach dem Essen eingenommen werden. Bei der Einnahme "nach dem Essen" beträgt die Zeitspanne eine halbe bis eine ganze Stunde.


Weitere Artikel in der Rubrik Gesundheit

Artikel-Statistik

Eingestellt: 14.05. 2008
Zugriffe: 2951
Anzahl Wörter: 481