Baudarlehen - günstig durch Vergleich

Wer eine Immobilie kaufen möchte, den führt der erste Weg auf der Suche nach der passenden Finanzierung zu seiner Hausbank. Dies vor allem deshalb, weil durch den meist seit mehreren Jahren bestehenden Kontakt ein Vertrauensverhältnis entstanden ist, welches die Annahme zulässt, dass man hier fundiert beraten wird und auch mit einem günstigen Angebot rechnen darf. Jedoch ist der das Girokonto und evtl. Sparkonten betreuende Sachbearbeiter selten auch der richtige Ansprechpartner in Fragen der Immobilienfinanzierung, was man spätestens dann feststellt, wenn das unterbreitete Angebote deutlich schlechtere Konditionen aufweist als das, was gemäß den bekannten Zinsrankings erwartet hat. Die dort vertretenen Anbieter können deutlich bessere Angebote unterbreiten und stellen eine klare Konkurrenz zu den Filialbanken dar.

Dabei nehmen die Discount-Anbieter überwiegend eine vermittelnde Stellung zwischen Interessent und großen Hypothekenbanken oder Versicherungen ein. Manche Discount-Anbieter arbeiten überwiegend mit einem Vertragspartner, andere mit bis zu 20 Kreditanbietern zusammen.

Bevor man nun die Entscheidung für das eine oder andere Angebot trifft, empfiehlt sich ein detaillierter Vergleich unterschiedlicher Angebote. Wer beispielsweise ein Baudarlehen von 100.000 € über eine Laufzeit von 10 Jahren nur 0,3 % günstiger abschließt, hat auf diesen Zeitraum gesehen nahezu 4.000 € an Zinsen eingespart. Auf andere Zinsdifferenzen oder Laufzeiten gerechnet kann also ein genauer Vergleich die Abtragungsdauer erheblich verkürzen.

Da viele Immobilienfinanzierungen zunächst für eine Laufzeit von 10 Jahren oder weniger abgeschlossen werden, wird danach eine so genannte Anschlussfinanzierung erforderlich. Wie eine Umfrage von Infras TTR ergab, verlängern mehr als 40 % aller Darlehensnehmer den bisherigen Finanzierungsvertrag, ohne sich über aktuelle Konditionen anderer Anbieter zu informieren. Dabei kann die Immobilienbesitzer durchaus die Tatsache verblüffen, dass sie als Bestandskunde oft schlechtere Konditionen erhalten als etwaige Neukunden, obwohl erfahrungsgemäß eine Vertragsverlängerung für den Kreditgeber weniger Risiko beinhaltet. Entsprechende Vergleichsangebote anderer Anbieter sollte man etwa 2 - 3 Monate vor Ablauf der Zinsbindung einholen und mit dem Angebot der Anschlussfinanzierung vergleichen. Entscheidet man sich für einen neuen Anbieter, entstehen Kosten für die Abtretung der Grundschuld an die neue Bank, welche etwa 0,2 bis 0,3 % des per Grundschuld abgesicherten Betrages ausmachen. Diese zusätzlichen Kosten sind aber meist durch die günstigeren Bedingungen nach 1 bis 2 Jahren ausgeglichen, ab dem Zeitpunkt spart man Geld!

Wer trotzdem zunächst mit seinem bisherigen Kreditgeber verhandeln möchte, benötigt ein konkretes Vergleichsangebot mit Zinssatz und natürlich den Vertragsbedingungen, um eine Verhandlungsgrundlage zu besitzen. Im Internet unterbreitete Angebote liegen meist unter denen, die man tatsächlich erhält - sie dienen lediglich dazu, das Interesse zu wecken sowie potentielle Kundenadressen zu erhalten und finden lediglich bei Standardverträgen Anwendung, wenn bestimmte Einkommensverhältnisse und Sicherheiten gegeben sind. Der so genannte Effektivzinssatz sollte auch nicht einziges Entscheidungskriterium sein - mindestens ebenso wichtig ist die Möglichkeit einer Sondertilgung oder dass günstige Förderkredite bei der Finanzierung Berücksichtigung finden. Nebenkosten wie Wertgutachten, Bereitstellungszinsen sowie Teilauszahlungs- und Kontoführungsgebühren sind übrigens im errechneten Effektivzins nicht enthalten.


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Eingestellt: 24.11. 2008
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