Absicherung gegen steigende Inflation mit Anleihen
Fragt man Fondsmanager, Volkswirte und andere Finanzexperten nach ihrer Einschätzung zur Entwicklung der Inflation in den kommenden Jahren, dann sind sich die meisten darin einig, dass die milliardenschweren Rettungspakete, welche seit Ausbruch der Finanzkrise aufgelegt wurden, mittelfristig zu einer steigenden Inflation führen werden.
Dazu wird auch das 750 Milliarden Euro schwere Rettungspaket für Griechenland beitragen und auch die steigende Staatsverschuldung tut ihr übriges dazu. Für einen Staat ist Inflation die einfachste Form, sich seiner Schulden zu entledigen bzw. seine Zinslast zu drücken. Eine hohe Neuverschuldung, wie man sie in seit einigen Jahren beobachten kann, und ein damit einhergehender steigender Verschuldungsgrad des Staates führen laut einer Studie des Internationalen Währungsfonds IWF zu höheren Realzinsen und schlussendlich zu einem Ansteigen der Inflation.
Eine steigende bzw. hohe Inflation ist vor allem für Sparer Gift, welche ihr Geld etwa in Form von Tagesgeld oder Festgeld angelegt haben. Insbesondere bei Festgeldern steht der Sparer vor dem Problem, bis zum Ende der vereinbarten Laufzeit warten zu müssen, bevor er über sein angelegtes Geld wieder verfügen und es höher verzinslich anlegen kann. Bis dahin kann ein Sparzins unterhalb der Inflationsrate zum Netto-Kaufkraftverlust des angelegten Geldes führen.
Anleiheninvestoren stehen vor einem ähnlichen Problem. Sie können sich jedoch mit inflationsindexierten Papieren gegen höhere Preissteigerungsraten absichern und damit eine stabile Verzinsung nach Abzug der Inflation erzielen.
Die Funktionsweise derartiger inflationsindexierter Anleihen ist relativ einfach: die Anleihe wird zu 100 Prozent begeben und bei Fälligkeit bekommt der Anleger den Nennwert plus Inflationsentwicklung zurückgezahlt.
Ganz wichtig für die Rentabilität derartiger Anleihen ist es, wie hoch die Preissteigerungsrate tatsächlich ausfällt, denn ist sie niedriger als die Zinsdifferenz zwischen einer herkömmlichen Anleihe und einer inflationsindexierten Anleihe mit derselben Laufzeit, würde der Anleger mit ersterer besser fahren.
Anleger, die eine steigende Inflation erwarten, sollten allerdings nicht erst warten, bis diese eintritt, denn bereits im Vorfeld steigen die Kurse inflationsindexierter Anleihen in der Regel, was eine sinkende Nettorendite zur Folge hat.