Französische Kaffeevarianten

Auch in Frankreich hat sich eine eigene Art und Weise des Kaffeegenusses durchgesetzt. So beginnt man in Frankreich den Tag mit einer großen Tasse Milchkaffee, die durchaus das Volumen einer Müslischale aufweist. Dieser Milchkaffee besteht jeweils zur Hälfte aus Kaffee und Milch. Dazu isst man Baguette mit Butter und Marmelade oder auch ein Croissant.

Auch nach dem Mittagessen wird Kaffee serviert, dann aber klein, schwarz und stark. Bestellt man in einer Bar oder einem Café einen Kaffee, wird er ebenfalls so zubereitet. Der Besuch von Bars oder Cafés gehört nach wie vor zum Lebensgefühl dazu, hier werden Neuigkeiten ausgetauscht und häufig dabei auch noch ein kleiner Rotwein, ein so genannter "ballon rouge", genossen.

In Frankreich ist die herkömmliche Zubereitungsweise für Kaffee die Stabfilterkannen- oder Pressomethode. Dabei handelt es sich um besondere Glaskannen mit einem Siebkolben, wie sie inzwischen auch hierzulande recht beliebt sind. Neben dieser Zubereitungsart sind natürlich auch Kaffeesorte, Röstung und Mahlgrad geschmacksprägend. In Frankreich sind besonders die aromatischen Arabicasorten aus dem Hochland Costa Ricas gefragt, denn sie besitzen einen kräftigen Geschmack sowie einen hohen Säuregrad. Außerdem werden sie besonders lange geröstet, wodurch sich sehr intensive Aromastoffe bilden, die später dem Kaffee einen etwas rauchigen Touch verleihen. Die Kaffeebohnen werden für die französische Variante der Kaffeezubereitung nur grob gemahlen. Dem etwas herbbitteren Frühstücks-Milchkaffee fügen viele Franzosen ein wenig geröstete Zichorie (das ist die Wurzel der Wegwarte) bei, wodurch er nicht nur eine tiefschwarze Farbe erhält, sondern auch noch herber und würziger schmeckt. In Verbindung mit der Milch ergibt sich ein karamellbraunes Getränk.

Diese Variante stammt aus der Zeit, als Kaffee, ein teures Kolonialprodukt, aufgrund stattlicher Regulierungen nur in beschränkten Mengen erhältlich war. Man wollte vermeiden, dass zu viele Devisen ins Ausland gingen. Interessanterweise leitet sich die landläufige Bezeichnung Muckefuck aus diesem Umstand ab, denn die französische Titulierung für den Kaffeeersatz, bzw. falschen Mocca lautet Mocca faux.

Wie schon erwähnt genießen die Franzosen ihren Kaffee gerne mit frischem Baguette oder Croissants, aber auch Brioche (ein warmer Hefekuchen) oder Eclairs sind recht beliebt. Kuchen mit wenig Teig und viel Obst werden vor dem Kaffee gerne verzehrt, so auch der Tarte Tatin, ein gestürzter Apfelkuchen. Einen förmlichen Siegeszug machte auch das Mousse au café (Kaffeecreme), inzwischen mehrfach abgewandelt zum Mousse au chocolat.


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Eingestellt: 21.05. 2008
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