Kaffee Herkunft aus geschichtlicher Sicht
Die ursprüngliche Heimat des Kaffeebaumes ist Äthiopien, wobei in der im Hochland gelegenen Provinz Kaffa die ersten Kaffeebäume entdeckt worden sein sollen.
Bereits im 11. Jahrhundert wurden erste Kaffeepflänzchen im Jemen auf künstlich bewässerten Küstenhängen kultiviert, später fand der Anbau auf der ganzen arabischen Halbinsel statt. Diese wurde zu Beginn des 16. Jahrhunderts von den Türken erobert. Am osmanischen Hof hielt darauf hin die Kaffeekultur ihren Einzug und verbreitete sich in alle beherrschten Gebiete, da der islamische Glaube Alkoholgenuss nicht gestattet und somit das Genussmittel Kaffee eine Alternative bot.
In Europa wurde der Kaffee zu Beginn des 17. Jahrhunderts jedoch aus Arabien eingeführt, wo er qahwah genannt wurde, eine universelle Bezeichnung für aus Pflanzen gewonnene Getränke. Zunächst wurde er als arabischer Wein bekannt.
Venezianische Kaufleute sollen einige Säcke aus dem jemenitischen Mocca nach Italien gebracht haben. In Venedig eröffnete dann im Jahre 1645 ein Kaffeehaus und bot das neue Getränk Kaffee an. Kurze Zeit später wurde Kaffee auch in England, Frankreich und Holland angeboten, in Deutschland erst 1673.
Die Türken verloren 1683 vor Wien eine entscheidende Schlacht und flohen, wobei 300 Säcke ungerösteter Kaffee zurück blieben. Dieser Kaffee wurde Franz Georg Kolschitzky überlassen, der sich während der Belagerung verdient gemacht hatte. Er eröffnete sein weltweit bekanntes Wiener Kaffeehaus.
Der gesamte Rohkaffee kam zunächst aus dem Jemen, bis es den Holländern gelang, 1658 auf Ceylon (heute Sri Lanka) mittels keimfähiger Bohnen die ersten Plantagen anzulegen. Nachdem die Pflanzen jedoch von einer Pilzerkrankung befallen wurden und abstarben, wurden weitere Plantagen auf Java und Sumatra angelegt. Die Nachfrage nach Kaffee aus den Ländern Europas war derart groß, dass von den Kolonialmächten in allen in Frage kommenden subtropischen Regionen Kaffeeplantagen angelegt wurden.
Bis etwa 1750 blieb der Kaffeegenuss den oberen Bevölkerungsschichten vorbehalten, erst infolge der Industrialisierung konnten die Herstellungskosten so weit gesenkt werden, dass der Mitte des 19. Jahrhunderts - wenn auch immer noch zu einem recht hohen Preis - dem Bürgertum zugänglich wurde. Ein günstiges und tagtäglich konsumiertes Getränk wurde der Bohnenkaffee jedoch erst nach den 50er Jahren.