Anbau der Kaffeepflanzen
Anbau der Kaffeepflanzen und Verarbeitung der Kaffeekirschen
Diejenigen Kaffeepflanzen, die heutzutage von Bedeutung sind, stammen aus Afrika und gehören zur Familie der Rubiazeen. Der botanische Name für die verschiedenen mehrjährigen Sträucher und Bäume - allerdings nicht alle Samen sind zur Kaffeebereitung geeignet - lautet Coffea. Besonders wichtig sind eigentlich nur 2 Arten, Arabica und Robusta, geringere Bedeutung haben noch Liberica und Excelsa. Etwa 70 % der weltweiten Kaffeeproduktion in Brasilien, Mexiko, Kolumbien und Zentralamerika stammen von der Arabica-Kaffeepflanze.
Die hohe Qualität dieser Kaffeesorte ergibt sich aus der Tatsache, dass sie über sehr komplexe Geschmacksaromen verfügt. Vergleicht man sie mit anderen Kaffeesorten, so besitzt sie wenig Säure und einen niedrig liegenden Koffeingehalt von 0,7 bis 1,5 %. Da jedoch diese Kaffeesorte keinen Frost verträgt und darüber hinaus auch besonders krankheitsanfällig ist, wurde in Indonesien, Brasilien, Uganda sowie an der Elfenbeinküste die rauere und bitterere Robusta-Pflanze angebaut, die zudem auch mehr Säure und etwa das Doppelte an Koffein enthält.
Für das gute Gedeihen der Kaffeepflanzen benötigt man Höhenluft ab etwa 900 m, gleichmäßige Temperaturen sowie ausreichende Niederschläge. Weltweit sind fast alle tropischen und subtropischen Höhenlagen für den Anbau geeignet.
Es klingt fast unglaublich, aber nach dem Erdöl ist Kaffee weltweit die wichtigste Handelsware. Die Jahresproduktion liegt bei 6 Milliarden Kilogramm Kaffee, und mit deren Anbau und Verarbeitung sind 25 Millionen Menschen beschäftigt. Der Preis für den Kaffee bestimmen allerdings fast ausschließlich Großkonzerne.
Etwa 50 % des Kaffeeanbaus findet auf mittelgroßen, ca. 2 bis 20 Hektar großen Plantagen statt, nahezu 30 % der Produktion erfolgt durch Großbetriebe und der Rest durch Kleinbauern. Die Reifung der Kaffeekirschen erfolgt über eine Dauer von 2 bis 3 Monaten, während dieser Zeit werden sie - manchmal sogar bei höheren Qualitäten von Hand - sehr arbeitsintensiv geerntet.
Öffnet man eine Kaffeekirsche, so sieht man weiches Fruchtfleisch mit zwei Samen, den Kaffeebohnen. Bei frischen Früchten ist eine schnelle Weiterverarbeitung unbedingt erforderlich, wobei die Bohnen maschinell vom Fruchtfleisch getrennt werden und anschließend gewaschen. Für diese nasse Methode wird entsprechend viel Wasser benötigt, weshalb diese Verarbeitungsweise teurer ist. Es hat allerdings den Vorteil, dass die Qualität des Kaffees steigt.
Darüber hinaus gibt es auch das so genannte trockene Verfahren, bei dem die ganzen Früchte so lange getrocknet werden, bis sie sich ohne Rückstände aus der Hülle schälen lassen.
Die Kaffeebohnen werden nach dem Polieren, Sortieren und Verlesen in Jutesäcke a 60 kg abgefüllt und verschifft. In den Käuferländern werden die Kaffeebohnen geröstet und gemahlen, weshalb den Erzeugerländer nur mit einem geringen Teil am Endpreis des Kaffees beteiligt sind. TransFair und Max Havelaar sind Organisationen, die es sich zum Ziel gesetzt haben, Gewinne aus dem Kaffeegeschäft gerechter aufzuteilen.
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