Wirtschaftliche Entwicklung im Schaustellergewerbe

Wie viele andere Branchen auch haben die Schausteller rückläufige Umsätze zu verzeichnen. Auch ist ein Ende der sinkenden Umsatzentwicklung im Schaustellergewerbe nicht abzusehen, obwohl die Kosten teilweise überproportional steigen. Bis 1999 war der Umsatz in Deutschland auf ca. 7,7 Mrd. DM angestiegen, seither sinken die Umsätze kontinuierlich.
Ursache sind Preiskampf und Konkurrenzdruck, aber auch ein Überangebot an Anbietern sowie eine konjunkturell bedingte sinkende Nachfrage.

Diese geltende Marktsituation und der daraus resultierende Verdrängungswettbewerb stehen im Gegensatz zu dem Selbstverständnis vieler Schausteller.

Die bisher wichtigste Zielgruppe, und zwar die 6 bis 36-jährigen Besucher, schrumpft und wird in den kommenden 15 Jahren etwa um 25 % zurückgehen. Kinder, Jugendliche und Familien werden also infolge der demografischen Entwicklung ein sinkendes Besucherpotenzial darstellen. Hinzu kommt, dass immer mehr Kinder sich immer früher von den speziellen Angeboten für Kinder abwenden hin zu den Angeboten für Jugendliche. Das sich ändernde Freizeitverhalten aller Altersgruppen führt weg von Fun & Action hin zum Gesamtarrangement. Die Werthaltigkeit des Konsums nimmt dabei eine immer bedeutendere Rolle ein. Auch die jüngeren Zielgruppen haben ein stetig steigendes Bewusstsein für Marken sowie eine perfekte Erlebnisinszenierung. Diese Anspruchshaltung wird auf die Volksfeste übertragen, kann jedoch nur bedingt erfüllt werden.

Die wirtschaftlich gesehen finanzkräftigste Bevölkerungsgruppe von Personen über 30 Jahre und ohne Kinder wird bei der Angebotspalette nur unzulänglich berücksichtigt. Dabei hat sich der bisherige Anbietermarkt in einen Käufermarkt umgewandelt, und dieser Tatsache muss - um Erfolg zu haben - Rechnung getragen werden. Berücksichtigt man die Ideen der Kunden, bzw. Besucher, so trägt dies stark zu einem erfolgreichen Innovationsmarketing bei. Neue Produkte und Dienstleistungen müssen interne Akzeptanz haben, um umgesetzt werden zu können. Bereits in der Entwicklungsphase müssen Produktkonzepte vorgestellt und entwickelte Produkte vor der Markteinführung dem Kunden bekannt gemacht werden.

Die demografische Situation in Deutschland und anderen europäischen Ländern kann nicht durch Schausteller verändert werden. Deshalb ist es wichtig, das die Schaustellerbetriebe Angebot der Nachfrage anpassen und für die Käuferschichten attraktiv zu machen.

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Eingestellt: 17.11. 2008
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